46: In die Kirche gehen

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Ein Punkt, den ich mehr oder weniger die ganze Zeit vor mir hergeschoben habe. Ich gehe eigentlich ganz gerne in die Kirche, aber sich dafür die Zeit zu nehmen oder so früh aufzustehen ... dafür habe ich mich irgendwie noch nie aufrappeln können.
Auch an Weihnachten gehen meine Mutter und ich eigentlich nie in die Kirche. Klar, als Kind, damit das Christkind in der Zwischenzeit im Wohnzimmer seine Arbeit verrichten konnte und so weiter, ihr kennt alle diese gewieften Ablenkungsmanöver, die unsere Eltern sich Jahr für Jahr für uns ausgedacht haben :D
Dieses Jahr konnte ich den Punkt aber tatsächlich mal am 24. Dezember abhaken. Uns hat nämlich genau an Heiligabend die Nachricht von einem Todesfall einer unserer Bekannten erreicht, niemandem den wir besonders nahe standen, aber irgendwie fand ich es einfach tröstlich, an so einem Tag in die Kirche zu gehen und die Schweigeminute der verstorbenen Person zu widmen. Und da meine Mutter ihre beste Freundin, deren Mutter bereits vor Jahren an Heiligabend gestorben ist, in die Kirche begleiten wollte, habe ich mich den beiden angeschlossen ...

Und wie das auf dem Land hier so ist, findet im eigenen Örtchen natürlich kein Gottesdienst statt und man darf sich durch Berg und Tal zwei Kilometer zur nächsten Kirche mit Gottesdienst schleppen. Da ich den Gottesdienst nachmittags bzw. abends mit den überfüllten Bänken und kreischenden und rangelnden Kindern, die ihre Bescherung nicht mehr erwarten können, inzwischen nicht mehr aushalte und meine Mutter und ihre beste Freundin das wohl genauso sehen, sind wir erst um 22 Uhr zur Christmette gegangen. Und durften dann natürlich bei strömendem Regen wieder nach Hause laufen :D